Seit Jahrzehnten macht die Antibabypille ihren Job als beliebtestes Verhütungsmittel. Doch wie aktuell ist das Ganze? Wir klären Euch auf.

Am 18. August 1960 tauchte die Antibabypille erstmals auf dem US-amerikanischen Markt auf – etwa ein Jahr später begann sie dann, auch Deutschland zu erobern. Zunächst nur für verheiratete Frauen mit Kindern zugänglich, wurde die Pille schließlich ein begrüßtes Verhütungsmittel für alle. Frauen wurde damit ein Stück Autonomie zugesprochen. Doch was seit rund 59 Jahren die am besten bewährte Verhütungsmethode darstellte, gerät in unserer Gegenwart zunehmend in die Kritik. Was steckt wirklich dahinter? Wir erklären es Euch!

Antibabypille: Doch was ist die „Pille“ überhaupt?

Die Antibabypille, auch unter dem Begriff „Pille“ bekannt, ist ein Präparat, welches die Wirkstoffe Östrogen und Gestagen enthält. Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone, die eigenständig von den Eierstöcken produziert werden – sie sind für die Reifung von Eizellen zuständig und machen die Gebärmutterschleimhaut für Spermien durchlässig. Gestagene sind ebenfalls weibliche Geschlechtshormone, die im Normalfall während einer Schwangerschaft gebildet werden und zu diesem Zeitpunkt den Eisprung verhindern.

Welche Art von Antibabypillen gibt es und wie wirken sie?

Bei den Antibabypillen unterscheiden wir zwischen zwei Klassen: Zum einen gibt es die Kombinationspille und zum anderen die Minipille.

Kombinationspille

Die Kombinationspille enthält eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Durch eine kontrollierte Einnahme der beiden Wirkstoffe wird Dein Eisprung verhindert und Dein Zervixschleim verdickt, sodass sich kein Spermium in Deine Gebärmutter schleichen kann. Also: Dein Östrogen wird so niedrig gehalten, dass kein Eisprung entstehen kann, und das Gestagen, was sonst nur während einer tatsächlichen Schwangerschaft auftaucht, täuscht Deinem Körper vor, dass eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut vonnöten ist.
Die Kombinationspille gibt es in verschiedenen Ausführungen: Das Einphasenpräparat, das Zweiphasenpräparat und das Dreiphasenpräparat. Die meisten Pillen dieser Art werden heutzutage als „Mikropille“ hergestellt, die sich durch ein verringertes Östrogengehalt auszeichnet.

Minipille

Im Gegensatz zur gängigen Kombinationspille steht die Minipille: In diesen Fällen enthält das Präparat einzig den Wirkstoff Gestagen und ist aus diesen Gründen auch als „Still-Pille“ bekannt, da Frauen diese auch während der Stillzeit Ihres Kindes einnehmen dürfen; denn eine zu hoch dosierte Einnahme Östrogens könnte schädlich für das Baby sein. Während die kombinierte Pille eine Auswahl an verschiedenen Einnahmemöglichkeiten anbietet – beispielsweise kann eine Packung 21 aktive Pillen beinhalten, wonach entweder 7 wirkungslose Pillen oder gar keine folgen; in diesen 7 Tagen wirst Du Deine Menstruation oder vielleicht nur eine leichte Schmierblutung bekommen – nimmst Du die Minipille komplett durch.

Vorteile

Die Antibabypille ist das sicherste hormonelle Verhütungsmittel, was zum momentanen Zeitpunkt auf dem Markt existiert, sie bietet Dir einen Schutz von fast 100 Prozent. Einen weiteren Vorteil stellt die einfache Anwendung dar: Deine einzige Aufgabe besteht darin, die Pille jeden Tag zu derselben Uhrzeit einzunehmen – dafür brauchst Du Dir nur einen Wecker auf Deinem Handy zu stellen. Du hast die selbstständige Kontrolle über Deinen Zyklus und wenn Du unglücklicherweise mit einer unreinen Haut gesegnet bist, schafft die Pille auch dieses Problem aus der Welt. Bewiesenermaßen werden auch die Schmerzen der Menstruation und die damit verbundenen starken Blutungen reduziert, von denen viele Frauen betroffen sind. All diese Aspekte hören sich auf den ersten Blick vielversprechend an, jedoch bewirkt die Antibabypille auch einige Nachteile, die Du nicht außer Acht lassen solltest.

Nachteile

Der zuvor erwähnte Vorteil der leichten Anwendung kann in manchen Fällen auch nach hinten losgehen, denn sobald Du zweimal hintereinander vergessen solltest, Deine Pille einzunehmen, ist der sonst fast perfekte Schutz des Präparates verschwunden. Zudem leiden viele Frauen an den Nebenwirkungen, die auftreten können: Kopfschmerzen, abnehmende Libido, Gewichtszunahme, unreine Haut oder auch Stimmungsschwankungen, unter die auch Depressionen fallen können. Außerdem steht die Pille in einer Wechselwirkung zu anderen Medikamenten, wie beispielsweise Antibiotika. Solltest Du also gewisse Medikamente einnehmen, kläre unbedingt mit Deinem zuständigen Arzt ab, ob die Antibabypille für Dich geeignet ist. Die wohl schwerwiegendsten Gründe, warum Frauen die Pille absetzen oder sich von vorne rein für ein hormonfreies Verhütungsmittel entscheiden, wären die folgenden: Zum einen erhöht das Medikament laut einigen Studien das Risiko für Brustkrebs und Thrombose, zum anderen wird künstlich in den Hormonhaushalt eingegriffen. Und bitte vergiss nie, dass die Pille nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt!

Fazit

Wie Du siehst, bietet die Antibabypille viele Vorteile, aber auch die dementsprechenden Nachteile. Glücklicherweise leben wir in einem Zeitalter, das durch eine stetige Weiterentwicklung geprägt ist: Unsere Pharma-, Gesundheits- und Medizinbranche entwickelt immer mehr alternative Verhütungsmethoden, unter denen Du die für Dich perfekte Methode auswählen kannst, auch wenn nach wie vor bestätigt ist, dass die hormonelle Antibabypille das wohl sicherste Verhütungsmittel darstellt. Fakt ist jedoch auch, dass immer mehr Frauen sich gegen die Pille und für hormonfreie Varianten entscheiden. Wir raten Dir, einfach mal ein ausführliches Gespräch mit Deinem Frauenarzt oder Deiner Frauenärztin zu führen. Sei nicht schüchtern: nur Mut! Lass Dir all Deine Fragen genaustens beantworten, denn es ist Dein Körper und Deine Entscheidung. 😎

Heiße Nacht gehabt, aber Pille vergessen? Keine Panik! Hier findest du alle Infos zur Pille danach.