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No-Poo: eine Lösung für langes Haar?

No-Poo: eine Lösung für langes Haar?

Ein relativ neuer Trend kommt aus den USA und nennt sich No-Poo, also das Waschen der Haare ohne Shampoo. Diese Methode der Haarpflege ist vegan und umweltfreundlich, hilft unter anderem gegen Spliss und macht geschädigtes Haar wieder gesund.

Ein gutes Äußere ist für viele Deutsche wichtig, denn das Aussehen des Einzelnen entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg. Sowohl im Berufsleben als auch im privaten Sektor. Meist genügen nur ein Blick und Sekunden darüber, ob man seinen Gegenüber sympathisch findet oder eben nicht. Die Haare des Menschen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Daher widmen sich immer mehr Deutsche einer intensiven Haarpflege. Besonders die Pflege für lange Haare bedarf einige Zeit. Wir erklären, was No-Poo ist.

Für welches Haar passt No-Poo am besten

Eigentlich gibt es keine Einschränkungen. Die No-Poo Methode eignet sich für jeden Haartyp sowie alle Längen.

Viele Menschen leiden darunter, dass ihre Haare dünn und trocken sind. Wer dann regelmäßig seine Haare mit Shampoo wäscht, kann den Effekt verstärken, denn viele Inhaltsstoffe von Shampoos können Haar und Kopfhaut schädigen. Andere Ingredienzien legen sich um das Haar und erschweren es. Die natürliche Schutzschicht wird gestört. Wer gesunde und natürlich gepflegte Haare möchte, kann dies eventuell durch die No-Poo Methode erreichen. Dabei werden anstelle des Shampoos Hausmittel wie zum Beispiel Roggenmehl oder Natron mit Essig verwendet.

Co-Washing

Co-Washing ist eine Alternative zum Shampoo. Dabei wird das Haar mit einem Conditioner (einer Spülung) gewaschen, natürlich ohne die vorherige Verwendung von Shampoo. Aber Vorsicht: Viele Produkte enthalten Silikone, Mineralöl oder Parabene. Diese Inhaltsstoffe können Rückstände im Haar verursachen. Wer solch einen Conditioner verwenden möchte, sollte diese in regelmäßigen Abständen aus den Haaren waschen. Besser ist jedoch, wenn man gleich darauf achtet, dass die Spülung silikonfrei und sulfatfrei ist. Um ganz sicher zu gehen, kann man sich seine Haarspülung auch selbst aus Hausmitteln fertigen. Die Zutaten können dabei aus natürlichen Stoffen wie Essig, Bier, Zitrone oder Ei bestehen. Die Rezepte und Anleitungen zur Herstellung kannst Du im Internet finden. Das Co-Washing ist besonders für trockene Haare geeignet. Wenn Du Deine Haare mittels Spülung pflegen möchtest, dann solltest Du das nur ein bis maximal zweimal pro Woche machen. Bei einer häufigeren Anwendung besteht die Gefahr, dass sich Rückstände im Haar bilden, die die Struktur schädigen können. Wenn Du öfter Deine Haare waschen möchtest, dann zwischenzeitlich nur mit klarem Wasser.

Vorteile

Beim Co-Washing ohne Shampoo, aber mit einer Spülung, bekommt das Haar eine höhere Dosis Feuchtigkeit ab. Daher ist diese Methode der Haarpflege besonders für trockene Haare geeignet. Aber auch fettige Haare profitieren von dem Co-Washing, denn eine Kur mit einem Conditioner kann die schädlichen Auswirkungen des regelmäßigen Gebrauchs von herkömmlichen Shampoos mindern oder ganz beseitigen.

Nachteile

Das Co-Washing ist bei Dermatologen umstritten, denn es birgt auch einige Gefahren. Bei zu häufiger Anwendung entstehen Schäden am Haar. Es kann sogar zu Haarbruch kommen. Daher solltest Du besonders zu Beginn der Behandlung Deine Haare genau beobachten. Das Co-Washing ist nicht für jeden geeignet. Jede Kopfhaut reagiert anders auf die Behandlung. Finde den richtigen Rhythmus heraus, indem Du mit einer Behandlung je Woche beginnst und bei Bedarf langsam den Abstand verkürzt. Juckt jedoch Deine Kopfhaut oder fühlen sich Deine Haare brüchig an, solltest Du auf diese Art der Behandlung verzichten und Deine Haare stattdessen lieber mit einem verdünnten Shampoo ohne Silikone pflegen. Das Verhältnis von Shampoo und Wasser sollte bei 1:5 oder 1:10 liegen.

Spülungen mit Protein sind in der Regel gut für Dein Haar, da dieses ein natürlicher Bestandteil ist. Aber auch hier gilt: Weniger ist oft mehr. Zu viel oder zu oft angewandt kann es Dein Haar schädigen.

Hausmittel statt Shampoo

Viele Shampoos stehen im Ruf, schädliche Substanzen zu beinhalten. Denn um ein Shampoo haltbarer zu machen oder seine Wirkung zu erhöhen, werden ihm bei der Herstellung Silikone, Erdöl, Sulfate oder Parabene beigemischt. Diese Inhaltsstoffe sind jedoch gesundheitlich bedenklich und können bei häufiger Anwendung Dein Haar schädigen. Viele Menschen denken daher über eine Alternative nach, um ihr strapaziertes Haar zu pflegen. Eine Möglichkeit sind Bio Shampoos. Diese Produkte beinhalten keine schädlichen Stoffe und sind daher in der Regel besonders mild und gut verträglich für Dein Haar. Viele gehen aber noch einen Schritt weiter und stellen ihr „Shampoo“ aus Hausmitteln selbst her. So können sie ihre Haare richtig pflegen, denn sie wissen genau, was sich darin befindet.

Natron und Essig

Wenn Du gesunde Haare haben möchtest, kannst Du es mit einer Mischung aus Natron und Essig versuchen. Dazu mischt Du einen Esslöffel Natron mit einem halben Liter Wasser. Alternativ kannst Du auch die gleiche Menge Backpulver nehmen. Die Mischung verteilst Du gleichmäßig im nassen Haar und massierst sie ein. Nach 2 min Einwirkzeit gründlich auswaschen. Solltest Du das Gefühl haben, dass Deine Haare durch die Behandlung zu trocken werden, kannst Du sie im Anschluss pflegen. Eine Spülung aus 2 Esslöffeln Apfelessig und 1 Tasse Wasser hilft und pflegt zusätzlich.

Für welches Haar ist diese Methode geeignet?

Eine Behandlung mit Natron ist besonders für empfindliche Haare und eine sensible Kopfhaut geeignet. Bei manchen Personen kann Natron die Kopfhaut reizen. In diesem Fall solltest Du ein anderes Hausmittel ausprobieren.

Roggenmehl oder Kichererbsen-Mehl anstatt Shampoo

Eine weitere Möglichkeit für eine natürliche Haarpflege ist die Verwendung von Mehl. Dabei solltest Du jedoch darauf achten, nur Roggenmehl zu verwenden. Alternativ kannst Du auch Kichererbsen-Mehl verwenden. Weizenmehl ist wegen seiner erhöhten Klebekraft nicht geeignet, denn es lässt sich schlechter wieder aus den Haaren entfernen. Für die Pflege von Haaren sind weißes Roggenmehl und Vollkornmehl gleichermaßen geeignet.

Wie kann ich mein Haar mit Mehl waschen?

Genau wie bei der Reinigung mit Natron musst Du das Roggenmehl mit warmem Wasser mischen, bevor Du es verwenden kannst. Für eine Waschung benötigst Du etwa 4 Esslöffel Mehl, welches Du vorab sieben solltest, um die Bildung von Klümpchen zu verhindern. Anschließend gibst Du so viel Wasser hinzu, bis die Konsistenz gelartig ist, eben wie bei einem modernen Shampoo. Trage nun das Gel auf die Kopfhaut auf und massiere sie vorsichtig ein. Da kein Schaum entsteht, ist die Reinigung mit Mehl für viele gewöhnungsbedürftig. Die Mineralien und Vitamine im Mehl pflegen die Haare und lassen sie nach der Umstellung gesund und glänzend aussehen.

Haare waschen nur mit Wasser?

Auch das Waschen nur mithilfe von warmem Wasser fällt unter die Rubrik No-Poo. Jedoch muss bei diesen Pflegemethoden einiges beachtet werden:

    • Die Umstellung auf No-Poo bedarf einige Zeit und Nerven. Zu Beginn empfinden viele Anwender die Behandlung als unangenehm. Und auch Dein Haar muss sich erst an diese ungewöhnliche Prozedur gewöhnen. Jedoch sollte nach 4 bis 6 Wochen eine Verbesserung eintreten. Ist dies nicht der Fall, so eignet sich Dein Haar nicht für diese Behandlung und Du solltest damit aufhören.
    • No-Poo funktioniert nicht bei jedem. Wenn nach einer Behandlungszeit von maximal 6 Wochen keine spürbaren Ergebnisse zu sehen sind, solltest Du mit der Behandlung aufhören. Dies gilt natürlich auch, wenn Du negative Ergebnisse erzielst.
    • Besonders in der Anfangsphase riecht das Haar oft unangenehm. Auch wenn Du mit dem No-Washing Deinem Haar etwas Gutes tust, so dauert es einige Zeit, ehe sich die Talkproduktion reguliert und eine Verbesserung der Haargesundheit eintritt.
    • Talk und Fett lösen sich erst ab ca 50°C. Eine gründliche Reinigung ohne Shampoo kann daher auch nur bei diesen Temperaturen gelingen.
  • Bleibt dennoch Talk auf der Kopfhaut zurück, kann es zu einem Nährboden für Bakterien und Pilze werden. Die Folge kann eine juckende oder brennende Kopfhaut sein, bis hin zu unangenehmen Ausschlägen. In diesem Fall musst Du sofort mit der Behandlung aufhören. Wenn Du eine empfindliche Kopfhaut hast oder unter Haarausfall leidest, dann solltest Du vor Beginn einen Dermatologen aufsuchen und Dich ausführlich über die Chancen und Risiken einer No-Poo Behandlung informieren.

Viele können sich die Haarwäsche ohne Shampoo nicht vorstellen. Aber wenn man es genau betrachtet, stellt man fest, dass Shampoo eher schädlich für die Haargesundheit ist. Inzwischen weiß man, dass durch das häufige traditionelle Haarewaschen die Talkproduktion angekurbelt wird, die Haare fetten schneller nach. Und das bekämpfen wir wieder durch Waschen mit Shampoo. Wer diesen Teufelskreis durchbrechen möchte, kann das Waschen mit klarem Wasser probieren. Die ersten Wochen werden zwar durchweg als unangenehm empfunden, aber nach 4-6 Wochen gewöhnt sich das Haar daran und beginnt, die Talkproduktion entsprechend anzupassen. Von nun an sieht das Haar nicht nur besser aus, sondern wird auch gesünder und kräftiger. Wenn Du also die ersten Wochen durchhältst, wirst Du auf Dauer für Deine Hartnäckigkeit belohnt.

Bildquelle:

  • No-Poo: eine Lösung für langes Haar?: #122448278 - © Sofia Zhuravetc - Fotolia.com
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